










Madeleine ist die neue Miss
Rosenkönigin und Miss Bad Kissingen ist 18 und kommt aus Wildflecken
Das farbenprächtige Ambiente im Regentenbau mit 10 000 Rosen war unverändert. Der Modus bei der Wahl der Rosenkönigin 2007 allerdings war neu. Nach dem Vorentscheid hatten die 500 Ballgäste das letzte Wort: Mit 169 Rosen wählten sie Madelaine Eiter zur Rosenkönigin. Eine der Neuerung ist: Die 18-jährige aus Wildflecken wird künftig auch die Stadt als „Miss Bad Kissingen“ offiziell vertreten.
Der Rosenball ist seit vielen Jahren ein festliches Ereignis, das mittlerweile auch Zaungäste anzieht: Fotoapparate richteten sich auf die Ballgäste beim „Catwalk“ auf dem roten Teppich vor dem Regentenbau. Auch wenn die strengen Kleidungskriterien des vergangenen Jahres gelockert worden waren, wurden gerade die Damen in festlicher Abendrobe mit Beifall bedacht. Im festlich dekorierten Foyer bildete ein Teil der 10 000 Freiland-, Gewächshaus- und Spreerosen den Rosengarten vielfarbig und en miniature nach.
Hier wie im Festsaal hatten Kurgärtnerei und Haustechnik wieder ganze Arbeit geleistet und ein farbenprächtiges Rosenmeer mit Springbrunnen und weißen Torbogen unter dem Motto „Woman in Red“ geschaffen. Passend dazu saß dann auch die aus dem Rosengarten bekannte Figur in der Dekoration und war für viele Gäste ein willkommenes Motiv für ein Foto.
Frauenwahlrecht eingeführt
Die veränderten Wahlmodus erklärte Kurdirektor Gunter Sauer: Jeder Gast – nicht nur die männlichen Gäste wie früher – erhielt von der letztjährigen Rosenkönigin Larissa Sell beziehungsweise von der „Miss Bad Kissingen 2006“ Yvonne Sollner eine Wahlrose. Diese sollte nach den offiziellen Kandidatenrunden im Weißen Saal in den Korb der persönlichen Favoritin gesteckt werden, markiert jeweils durch überlebensgroße Bilder der drei Kandidatinnen.
Kaum hatten sie die das Ballroom Orchestra und das Salon-Orchester Weimar vorgestellt, füllte sich die Tanzfläche innerhalb kurzer Zeit. Weil die Seitengänge kaum oder gar nicht bestuhlt waren, konnte jedes Tanzpaar nach Gusto im Rampenlicht glänzen oder ein wenig abseits Foxtrott tanzen.
Mit Holger Laschka führte ein erfahrener Moderator durchs Programm. Gewandt und locker nahm er den drei Kandidatinnen Madeleine Eiter, Stefanie Emmert und Sonja Klabouch auf der Bühne die Nervosität. Noch unentschlossenen Ballgästen gab er Entscheidungshilfen mit einem 3-Fragen-Interviews. „Welchen Tagestipp haben Sie für morgen?“, „Wo bekommt man das Kleopatra-Bad“ oder „Wie lief einst die Wahl der Rosenkönigin“ lauteten die Fragen, bei denen die Kandidatinnen Schlagfertigkeit beweisen mussten.
Gegen 22 Uhr zeichnete sich dann ein Kopf-an-Kopf-Rennen ab. Die Verantwortlichen freuten sich darüber, dass der größte Teil des Publikums mitmachte und nur wenige die rote Wahlrose als Andenken behielten. Dies wäre gar nicht nötig gewesen: Jede Ballbesucherin erhielt auf dem Heimweg den cremefarbenen Werbeträger Bad Kissingens als „Rosenball-Souvenir“ überreicht.
Mit der Verkündung der Siegerin brandete Jubel im Wildfleckener Fan-Block von Madeleine Eiter auf. Bei der Würdigung aller drei als „Siegerinnen“ wurde auch den Sponsoren gedankt. Der Salon Gisela Spengler, Atelier Nicole Brandner und Fotostudio Irene Schebler halfen im Vorfeld, vom Juwelier Risch stammte die dreifache goldene Rose für die Rosenkönigin, von der Spielbank Bad Kissingen die silbernen Rosen für die beiden Rosenprinzessinnen.
Auch bei der Krönungsfeier für Madeleine Eiter gab es eine Neuerung: Nicht mehr die Rosenkönigin des Vorjahres kürte ihre Nachfolgerin, sondern Kurdirektor Sauer und Bürgermeisterin Johanna Keul taten dies als Repräsentanten der beiden offiziellen Titel „Rosenkönigin“ und „Miss Bad Kissingen“.
Die 18-Jährige aus Wildflecken präsentierte sich als lebhafte Gymnasiastin und genoss ihr erstes großes Ballerlebnis sichtbar. Dass sie sich bei der Vorauswahl beworben hatte, dafür waren Mama und beste Freundin verantwortlich.
Der Sieg sei ein „tolles Gefühl“, sagte sie. Sie freue sich auf ihre Aufgaben. Führerschein und Auto seien vorhanden, so dass die Strecke Wildflecken nach Bad Kissingen kein Problem sind. Den ersten offiziellen Termin hat sie bereits beim Kissinger Sommer.
Berufswunsch: Pilotin
So selbstsicher sie sich beim Rosenball präsentierte, so selbstverständlich hat sie auch schon ihre berufliche Entscheidung getroffen: Nach dem Abitur möchte sie Pilotin werden – und wenn das nicht klappt, dann zumindest Fluglotsin.
Mainpost, 17.08.2006
>>> zurück